Suche
  • ulrike

Juni 2017


Am Morgen sind es nur 4 Grad und es ist Bewölkt. Froh sind wir darüber, dass wir nicht eingeschneit sind. Wir fahren heute den 230 Kilometer langen «Icefields Parkway», es soll eine der schönsten Bergstrassen der Welt sein. Die Strasse (Hwy 93) führt mitten durch das Herz der kanadischen Rocky Mountains. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts benutzten die Indianer diese Route und nannten sie «Wundertrail». Der Highway 93 entstand während der Weltwirtschaftskrise in den 1930 er Jahren. Der Bau der Strasse war eine reine Arbeitsbeschaffungsmassnahme. Es hat viele Sehenswürdigkeiten auf dem Weg und deshalb fahren wir zeitig los. Die Strasse führt entlang des Bow Rivers und hat immer wieder Hinweise auf Rastplätze und Sehenswertes. Nach ein paar Kilometern gleich der erste Halt am Gletscher Crowfoot der direkt von der Strasse aus zu sehen ist.

Ein paar Kilometer weiter geht eine Stichstrasse nach links ab, die zum Peyto Lake führt. Vom Parkplatz aus geht ein kurzer Weg bis zu einem Aussichtspunkt von wo man einen herrlichen Blick auf den in Türkis leuchtenden See hat. Der Peyto Lake ist ein Gletschersee und erhält seine Farbe durch die im Schmelzwasser enthaltenden Sedimente. Die extrem feinen Gesteinspartikel reflektieren die intensive Farbe. Sprachlos über diese Schönheit haben wir uns den Lake angeschaut. Auf dem Rückweg zum Parkplatz trafen die ersten Reisebusse mit Touristen ein und es begann die reinste Völkerwanderung.

Am Mistaya Canyon machen wir wieder einen Halt. Ein ca. 500 Meter langer Wanderweg führt steil nach unten auf eine Fussgängerbrücke die über den Canyon führt. Hier hat sich der Fluss in Jahrtausenden tief in den Kalksandstein eingegraben und hat Treppen, Bögen, Kessel und Höhlen in den Stein geschliffen.

Durch eine lange, nach rechts verlaufende Kurve steigt die Strasse zum Sunwapta Pass auf. Auf halber Höhe hat man an einem View Point einen umwerfenden Panoramablick zurück. Der 2030 Meter hohe Sunwapta Pass ist die Grenze zwischen dem Banff National Park und dem Jasper National Park.

Gleich hinter dem Pass ist der Höhepunkt des Icefield Parkway erreicht, das Columbia Icefield auf dem 3747 Meter hohen Mount Columbia, dem zweithöchsten Berg der Rocky Mountains.

Wir werden schon von weitem, auf den direkt vor dem Eiskante gelegenen Parkplatz verwiesen und bekommen nur mit viel Glück eine Lücke zum Parken. Von hier läuft man ca. 300 Meter über das Geröll der Endmoräne bis zur Abbruchkante . Hinweisschilder zeigen die Jahreszahl wo der Gletscher einmal war. Es ist beklemmendes Gefühl, wenn man sieht wie schnell die Gletscher schmelzen. Man kann mit dem Snow Coach auch eine Tour direkt auf den Gletscher machen, was für uns allerdings nicht in Frage kommt. Einen schönen Blick hat man von der Strasse aus auf das «Amphitheater» des Stutfield-Gletscher.

Plötzlich gab es einen Stau auf der Strasse und das nicht wegen einem Unfall oder dass jemand Hilfe braucht, nein - es sind zu 99,9 % immer die Bären die das verursachen.

Der letzte Stopp für heute sind die Athabasca Fälle. Hier donnert das Wasser 12 Meter tief in einen engen Canyon.

Kurz darauf kommen wir an dem neuen Glacier Skywalk vorbei, eine weit über den Fels ragende Konstruktion aus Stahl und Glas. Man kann so praktisch direkt über dem Abgrund spazieren gehen. Es gibt keine Park Möglichkeit und auch sonst ist es für durchreisende Touristen geschlossen, wir glauben dass man es nur über eine Tour buchen kann.

Unsere Fahrt führt uns an einem schönen Wasserfall, direkt an der Strasse vorbei nach Jasper.

Der Icefields Parkway ist zweifelsohne eine der schönsten Bergstrassen der Welt. Kurz vor Jasper bekommen wir auf dem Wapiti Campground einen Platz für das Wochenende.


33 Ansichten