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  • ulrike

Juli 2017


Wir haben uns Zeit gelassen und alles in Ruhe abfahrbereit gemacht. In der Touristeninformation haben sie uns geraten nicht vor 11 Uhr zur Fähre zu fahren. Wir haben jeden Tag gesehen, was für lange Schlangen an Fahrzeugen vor der Fähre gewartet haben. Es ist eine kleine Fähre für höchstens 6-8 Fahrzeuge. Pünktlich um 11 Uhr sind wir losgefahren und kamen auch gleich mit der nächsten Fuhre sicher über den Yukon River auf der anderen Seite an. Die Fähre ist kostenlos. Man hat uns erklärt, dass es sich für die 3-4 Touristenstarken Monate im Jahr nicht lohnt eine Brücke für über 50 Millionen Dollar zu bauen.

Von da an hatten wir 300 Km unbefestigte und menschenleere Strasse vor uns. Wir fahren den

127 Km langen «Top of the World Highway» bis nach Jack Wade Jct und danach auf dem Taylor Highway bis nach Tetlin Jct., wo wir wieder auf den Alaska Highway stossen. Der Highway führt über ein Hochplateu des Yukon Territoriums, landschaftlich unschlagbar schön.

Nach ca. 110 Km auf dem Top of the World Hwy kommen wir an die Grenze des US States Alaska.

Wir durften zwei überaus freundlichen und hilfsbereiten Border Beamten erklären wohin und wie lange wir denn unterwegs sein wollen. Nach dem üblichen Prozedere wie Fingerabdrücke und Foto bekamen wir einen sehr schönen und ausgefallenen Stempel in den Pass.

Man gab uns noch ein paar Tipps für die Weiterreise und mit einem Willkommen in Alaska durften wir unsere Fahrt fortsetzen. Es gab keine Frage nach verbotenen Lebensmitteln, Waffen oder sonstiges und es wollte auch niemand das Fahrzeug von innen sehen. Mit einem so freundlichen und unkomplizierten Grenzübergang hatten wir nun gar nicht gerechnet und sind natürlich sehr glücklich darüber.

So haben wir unsere Fahrt fortgesetzt und es war gut, dass wir so entspannt waren, denn das was vor uns lag brauchte gute Nerven. Ein kleines Stück Strasse hinter der Grenze ist perfekt asphaltiert, danach wieder unbefestigte Erdstrasse, wir haben uns zu früh gefreut.

Die Strassen sind unbefestigt und entsprechend dem langen harten Winter und dem vielen Regen im Frühjahr, auch sehr defekt. Ca. 40 Km hinter dem Grenzposten kommt der kleine Ort Chicken. Hier wird bis heute noch nach Gold geschürft. Chicken hat nur 7 Einwohner die ständig hier leben, aber in den Sommermonaten kommen viele Touristen und Goldsucher, die auf den Campgrounds verweilen. Von Oktober bis April ist Chicken nur mit dem Schneemobil oder dem Hundeschlitten zu erreichen.

Es wird Streckenweise gebaut was das Zeug hält, allerdings ist eine solche Baustelle nicht mit unseren Baustellen zu vergleichen.

Wir haben es ohne Probleme geschafft und als wir durch waren, lies auch die Anspannung nach und wir konnten uns wieder auf diese wunderschöne Landschaft konzentrieren.

In Tetlin Jct. treffen wir wieder auf den Alaska Highway und fahren noch bis Tok. Hier füllen wir unsere Lebensmittel wieder mit dem nötigsten auf. Am Parkplatz des Einkaufscenter werden wir von einem deutschen Ehepaar angesprochen und die erzählten uns, dass sie in der Baustelle hinter uns in der Schlange waren und nicht dachten dass wir das mit unserem Mobil schaffen und dass sie froh waren, nicht mit ihrem eigenen Mobil unterwegs zu sein.

Bei uns ist das gerade umgekehrt, wir sind sehr froh, dass wir unser eigenes Mobil dabei haben.


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