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  • ulrike

Februar 2018


Es ist heute Morgen frostig aber sonnig und es verspricht ein schöner Tag zu werden. Uns Beiden geht es nicht so gut, es hat uns jetzt auch erwischt. Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf brummt. Nach dem Frühstück machen wir uns reisefertig und fahren so gegen 10 Uhr los. Wir fahren zuerst zum Oklahoma State Capitol, dem Regierungsgebäude des Bundesstaates Oklahoma.

Erbaut wurde das Capitol von 1914-1917. Es ist das einzige Capitolgelände in den vereinigten Staaten, welches von aktiven Ölpumpen umgeben ist. Auf der Kuppel steht eine 6,7 Meter hohe Bronzeskulptur, genannt The Guardian (der Wächter), ein Indianer mit einem Speer.

Danach fahren wir noch einmal in die Stadt und besuchen den Ort des Bombenanschlags vom

19. April 1995 noch einmal. Es hat nur sehr wenig Verkehr und so kommen wir entspannt am Parkplatz an.

Beim Bombenanschlag auf das Murrah Federal Building am 19.April 1995 kamen 168 Menschen ums Leben und mehr als 800 Menschen wurden verletzt. In dem achstöckigen Gebäude warem mehrere Behörden und im 1. Stock ein Kindergarten untergebracht, es starben 19 Kinder. Wo das Gebäude stand ist heute eine Gedenkstätte, das

Oklahoma City National Memorial.

Vor dem Museum sind auf dem Boden Tafeln eingelassen worauf man Erinnerungen schreiben kann. Der Zaun ist ein Teil der Absperrung der damaligen Rettungskräfte und weil die Menschen bereits Blumen angebracht hatten, hat man dieses Stück Zaun in der Gedenkstätte integriert.

Dieser Baum, eine Ulme (mindestens 100 Jahre alt) stand gegenüber des Gebäudes auf einem Parkplatz und wurde so stark beschädigt dass man sie fällen wollte. Dieser Baum erholte sich aber wieder und ist heute Teil der Gedenkstätte,er steht für den Überlebenswille und die Heilung nach dem Anschlag.

Die Wasserfläche symbolisiert die 5 the Strasse wo der mit Sprengstoff beladene LKW stand. 168 Stühle wo die Namen der Verstorbenen eingeschrieben sind, davon 19 kleine Stühle für die verstorbenen Kinder und fünf Stühle für die Menschen welche ausserhalb des Gebäudes verstarben, ausserdem drei ungeborene Kinder die jeweils mit den Namen ihrer Mütter stehen. Auf den beiden Toren die die Gedenkstätte einrahmen sind Uhrzeiten angeschrieben. An der Nordseite steht 9:01 Uhr für den letzten Moment des Friedens und auf dem gegenüber stehenden Tor steht 9:03 Uhr wo der Frieden gebrochen war und die Heilung bereits eingesetzt hat. Um 9:02 ist der LKW explodiert.

(Timothy McVeigh wurde zum Tode verurteilt und am 11.Juni 2001 hingerichtet)

Die Katholische Kirche die auch fast zerstört wurde hat ebenfalls eine Gedenkstätte erstellt. Ein weinender Jesus mit der Hand vor dem Gesicht.

Anschießend fahren wir ein paar Straßen weiter durch eine fast Leere Stadt,keine Menschen und kaum Autos.

Wir halten bei dem Centennial Run Monument und schauen uns das bei einem Spaziergang an. Wir stellen immer wieder fest, daß man es in den vereinigten Staaten versteht, bestimmte Situationen sehr detailiert in Szene zu setzen. Hier spürt man den Stress und den Kampf der Menschen von damals. Im Jahr 1889 wurde den Siedlern Land zur Verfügung gestellt und es kam am 22. April 1889 zu dem sogenannten Landlauf. Ca. 50 000 Menschen sind bei einem Startschuss los gerannt um ein gutes Stück Land zu ergattern.

Von hier aus fahren wir direkt auf die Interstate 40 West auf und kommen an dieser interessanten Brückenkonstruktion vorbei.

Die Skydance Brücke ist eine Fußgängerbrücke und dem Staatsvogel von Oklahoma, dem Scherenschwanzschnäpper nachempfunden.

Gemütlich fahren wir auf der Interstaat 40 entlang und verabschieden uns gedanklich von dieser Stadt die wir wohl nie mehr vergessen werden.

Nach wenigen Kilometern verlassen wir die Interstate wieder und fahren nach Süden um dem Red Rock State Park einen Besuch abzustatten.

Nach einer Pause im Park fahren wir auf der alten Route 66 nach Westen. Wir kommen in Hydro an Lucill`s Tankstelle vorbei.

Lucill hat diese Tankstelle 59 Jahre bis zu ihrem Tod betrieben und bekam wegen ihrer Hilfsbereitschaft schnell den Spitznamen

"Mother of the Motherroad".

Ein paar Kilometer weiter statten wir dem 66 Museum in Clinton einen Besuch ab. Wir haben Glück, es hat noch geöffnet uns so machen wir eine Zeitreise in die 1960er Jahre.

Einen Übernachtungsplatz finden wir vor Elk City auf einem KOA Campground. Was für ein Tag, wir sind erschöpft von so vielen Eindrücken.


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