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  • ulrike

Dezember 2016


Am Morgen war es sehr neblig und kalt. Die Sonne schien dann für uns ein bisschen, als unsere Freunde sich telefonisch gemeldet haben und wir einen Schwatz halten konnten. Bis zum Mittag wurde es dann besser, der Nebel hat sich verzogen und wir haben einen Ausflug nach Altötting gemacht. Das Navi führte uns über Pfarrkirche und Eggenfelde nach Altötting direkt ins Parkhaus am Kapellenplatz. Altötting liegt ca. 90 Km östlich von München und ist ein, über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannter, Wallfahrtsort mit einer bedeutenden Gnadenkapelle. Auf dem Weg zum Kapellenplatz sind wir an der Kirche der englischen Fräulein vorbei gelaufen.

Das Kloster St. Joseph wurde 1720 gegründet durch die englischen Fräulein.

Etwas weiter dann das alte Gasthaus Scharnagl.

Dieser Bau stammt vom Ende des 17. Jahrhundert, im Dach ist die Jahreszahl 1691 zu finden.

Gegenüber vom Gasthaus Scharnagl befindet sich das Hotel Post.

Dieses Hotel ist wohl die älteste Gastronomie in Altötting. Das erste mal erwähnt im Jahre 1280 als Hoftaverne. In der Zeit als noch die Postkutschen fuhren, lag das Gasthaus günstig auf der Strecke zwischen München und Wien und natürlich wurden hier auch viele Wallfahrer untergebracht. 1630 brannte das Gasthaus nieder und wurde im Jahe 1646 wieder aufgebaut. Vorbei am Eingang zum Christkindlmarkt besichtigen wir aber zuerst die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob.

Ein spätgotischer Hallenbau, der in seiner heutigen Gestalt in den Jahren 1499 - 1511 erbaut wurde. Schon um 785 wurde an dieser Stelle eine erste Kirche gebaut.

Ein sehr imposantes Bauwerk

Die Eingangstüre ist nur mit grosser Kraftanstrengung zu öffnen.

Der Hochaltar stammt aus dem Jahre 1800 und das Altarbild ist von 1791. Der Anblick der beleuchteten Weihnachtsbäume vor dem Altar hat uns sehr berührt und man musste sich in eine Bank setzen und kurz innehalten.

Die Hauptorgel wurde im Jahr 2000 neu erbaut. Die Chororgel stammt aus dem Jahre 1903/04, sie wurde restauriert und wieder aufgebaut.

Hier steht eine 7 Meter hohe Schrankuhr aus dem 17. Jahrhundert, die wohl in der Pestzeit 1634 aufgestellt wurde und dann 1664 erstmals in einer Reparaturrechnung erwähnt wird.

Die etwa 50 cm hohe Skelettfigur ist aus versilbertem Holz und stellt den Tod als Sensemann dar, welcher im Tak die Sense schwingt. Die Legende besagt dass bei jedem Sensenschwung ein Mensch stirbt.

Wir haben einen Spaziergang durch den Kreuzgang gemacht und sind an der Tillykapelle vorbei gekommen.

Diese Kapelle wurde um 1425 erbaut und dient seit 1642 als Grabstelle derer von Tilly. Der Altar stammt aus dem Jahre 1643 und zeigt den Feldherrn Johann von Tilly kniend vor einem Kreuz.

In der Gruft stehen die Sarkophage von Tilly und seiner Familie.

Feldmarschall Johann T`Serclaes von Tilly geboren im

Februar 1559 und gestorben April 1632.

Eine andere Kapelle hat uns aber sehr berührt, hier ist eine Gedenkstätte für die, am Kriegsende erschossenen Bürger, die versucht haben Altötting ohne Kampf an die US Truppen zu übergeben. Sie wollten die Zerstörung von Altötting verhindern.

Weitere Informationen siehe unter

Wikipedia "Bürgermorde von Altötting"

Jetzt meldet sich bei uns der Hunger und wir gehen in Richtung Christkindlmarkt.

Hier gibt es eine heiße Gulaschsuppe für uns.

Danach sind wir zur Basilika St. Anna gelaufen.

Als Ende des 19. Jahrhunderts, durch die Anbindung an das Eisenbahnnetz, die Pilgerzahlen stark anstiegen musste eine grössere Kirche her. So wurde unter der Schirmherrschaft des Bayernkönig

Ludwig III. ein Neubau realisiert. Das Gotteshaus wurde am 13. Oktober 1912 eingeweiht.

Hier finden ca. 8000 Personen ihren Platz

Der mächtige Hochaltar wurde von Prinzregent Luitpold gestiftet und deshalb wird der Altar vom Bayerischen Königswappen gekrönt.

Es gibt zwei Orgeln, die große Marienorgel und die Chororgel.

Auf dem Weg zurück sind wir am Bruder-Konrad-Platz an diesem schönen Haus vorbei gelaufen. Das ehemalige Franziskanerhaus wurde 1745 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz.

Gegenüber befindet sich die

ehemalige St. Annakirche von 1657, sie wurde 1953 in die Bruder Konrad Kirche umbenannt.

Unter dem Altar der Reliquienschrein des Bruder Konrad.

Wir schlendern noch über den Christkindlmarkt.....

der auch wieder sehr Stimmig ist.

Das schön erleuchtete Rathaus, erbaut 1908.

Gegenüber steht die berühmte Gnadenkapelle mit ihren Votivbildern. Man pilgert zur Gnadenkapelle wo man um die Hilfe der Schwazen Madonna bittet. Hier befinden sich auch die Urnen mit den Herzen verschiedener Kaiser und Könige, hauptsächlich aus dem Hause Wittelsbach. Mehr Informationen unter

Wikipedia "Gnadenkapelle Altötting"

In der Kapelle ist das fotografieren verboten und wäre auch soweiso nicht möglich gewesen, da sie voll besetzt war.

In der Zwischenzeit ist es dunkel geworden und es brennen überall Feuerstellen und da ist er.....

der Nikolaus, sehr zur Freude aller Kinder die sich zahlreich eingefunden hatten. Nachdem der Nikolaus seine Geschenke verteilt hatte, gab es noch ein Konzert.

Unser großer Respekt gebührt diesem kleinen Musiker,

vor ihm ziehen wir unseren Hut, er hat mit den "Großen" problemlos mitgehalten. Hier haben wir unseren Rundgang beendet und sind zurück zum Auto gelaufen. Wieder Zuhause angekommen haben wir doch die Kälte gespürt, es windet jetzt immer stärker und wir befürchten eine unruhige Nacht.


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